Räuchern in den Rauhnächten – Reinigung, Magie und Verbindung
Wenn der Duft von Beifuß durch dein Zuhause zieht und sich der Rauch sich langsam in den Ecken verteilt, beginnt eine alte Erinnerung zu sprechen – eine, die tiefer geht als Worte. Räuchern in den Rauhnächten ist mehr als ein schönes Ritual. Es ist eine Rückverbindung zu dir. Und an das, was in dir Raum finden will, wenn draußen die Welt zur Ruhe kommt.
Warum räuchern wir in den Rauhnächten?
Weil wir spüren, dass diese Zeit zwischen den Jahren anders ist. Die Rauhnächte öffnen einen Raum, in dem Altes gehen und Neues entstehen darf. Und genau dabei kann das Räuchern uns begleiten: klärend, erdend, öffnend.
Seit Jahrhunderten räuchern Menschen in diesen Nächten ihre Häuser, ihre Ställe – und ihr Herz. Sie wollten nicht nur den Winter vertreiben, sondern Platz schaffen für Segen, Schutz und Visionen. Heute geht es vielleicht weniger um Aberglauben und mehr um Bewusstsein. Aber die Wirkung bleibt dieselbe: Wenn Rauch aufsteigt, sinkt der Alltag ab.
Räuchern wirkt – innen wie außen
Beim Räuchern in den Rauhnächten geht es nicht nur darum, „etwas zu tun“, sondern in Verbindung zu treten. Mit dir und mit dem, was du loslassen willst – und dem, was du neu einladen möchtest.
Der Rauch und der leise Duft, wenn du auf einem Stövchen räucherst trägt deine Intention. Denn er…
-
reinigt Räume von schwerer oder stagnierender Energie
-
klärt Gedanken, wenn du im Übergang bist
-
öffnet dein Herz für Antworten, die nicht aus dem Kopf kommen
-
verbindet dich mit deinem inneren Kompass
Du brauchst kein großes Wissen. Nur einen Moment der Stille – und die Bereitschaft, dich einzulassen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Räuchern?
Verlass dich auf dein Gefühl. Und doch gibt es ein paar Momente, die sich besonders gut eignen:
-
Zur Wintersonnenwende (21. Dezember), um dich auf die Rauhnächte einzustimmen
-
Am Beginn jeder Rauhnacht, um die Energie für den jeweiligen Tag bewusst zu setzen
-
In der Mitte der Rauhnächte, wenn du spürst, dass du innerlich neu sortieren willst
-
In der letzten Nacht, um das Alte wirklich zu verabschieden und das Neue zu segnen
Wenn es dir gut tut kannst du morgens räuchern, um klar in den Tag zu gehen. Oder abends, wenn du still wirst und reflektierst. Es gibt kein Richtig oder Falsch sondern nur dich und den Moment.
Welche Pflanzen passen in den Rauhnächten?
Hier ein kleiner Einblick in Pflanzen, die dich in dieser Zeit begleiten können:
-
Beifuß – die Klassikerin: reinigend, schützend, transformierend
-
Salbei – löst alte Gedankenmuster und bringt Klarheit
-
Weihrauch – öffnet die Verbindung nach innen und oben
-
Lavendel – beruhigt das Nervensystem, bringt Herzruhe
-
Wacholder – schützt, stärkt und hilft beim Loslassen
-
Tanne/Fichte – bringt Erdung und Verbindung zur Natur
Tipp: Du brauchst keine 20 Sorten für die Rauhnächte. Zwei bis drei, die sich stimmig anfühlen, reichen völlig. Du kannst sie lose verwenden oder als Räucherbündel. Wenn du Mischungen machen möchtest, dann natürlich mehr.
Schritt für Schritt – so räucherst du in den Rauhnächten
-
Stimme dich ein
Zünde eine Kerze an. Atme drei Mal bewusst ein und aus. Öffne eventuell ein Fenster oder kippe es leicht – je nachdem wie du es für dich brauchst. -
Bereite deine Schale vor
Entweder mit Räucherkohle (für intensive Wirkung) oder im Stövchen (sanfter, ideal für den Alltag). -
Wähle deine Pflanzen
Du kannst sie je nach Nacht, Thema oder Gefühl auswählen. -
Räuchere mit Intention
Gehe im Uhrzeigersinn durch deine Räume – langsam, achtsam. Wenn du möchtest, sprich dabei laut aber unbedingt innerlich deine Intention aus:
„Ich lasse los, was nicht mehr zu mir gehört.“
„Ich öffne mich für Frieden, Klarheit und neue Kraft.“ -
Lüfte danach gut durch
So geht das Alte wirklich – und das Neue kann kommen.
Sanftes Räuchern ohne Kohle
Wenn du Kinder, Tiere oder empfindliche Atemwege hast, kannst du ein Stövchen mit Sieb verwenden. Einfach ein Stövchen kaufen, eine Kerze darunter, und deine Kräuter darauflegen. Die Wirkung ist subtiler, aber sehr fein. Für tägliche Rituale oder kleinere Räume ideal. Für Räume eignet sich natürlich die Kohle besser.
Mein persönlicher Tipp
Manchmal räuchere ich nur einen Raum. Oder nur mich selbst. Mit einem Bündel Salbei kurz über dem Körper entlang – von den Füßen bis zum Scheitel. Es ist, als würde der Tag von mir abfallen. Und ich komme wieder bei mir an.
Du brauchst kein großes Ritual – obwohl es eines ist. Was es brauchst ist: Bewusstheit.
Vielleicht ist es das, was mich am Räuchern in den Rauhnächten so berührt: Du brauchst keine perfekte Anleitung.
Du brauchst dich.
Mit deiner Intention.
Deiner Stille.
Und deiner Bereitschaft, dich zu spüren.
Räuchern ist ein Übergang. Zwischen Tag und Nacht. Als auch Altem und Neuem und zwischen dem, was du warst – und dem, was du jetzt sein möchtest.
Möchtest du tiefer eintauchen?
In meinem Buch „Rauhnächte – eine magische Reise zu dir selbst“ findest du begleitende Rituale, vertiefende Impulse und Empfehlungen für jede Nacht. Und wenn du mit abgestimmten Mischungen arbeiten willst, gibt es das passende Räucher-Dreierset – für Reinigung, Herzöffnung und Neuausrichtung.